Diesmal, auf meiner Erkundungstour durch die alten Häuser Shanghais, mied ich bewusst die überfüllten, trendigen Hotels in der Nähe des Jing'an-Tempels und entschied mich stattdessen für Rayfont Shanghai Xuhui Hotel. Ich dachte, ich suche lediglich eine Unterkunft in der Nähe der U-Bahn-Station, doch nach drei Tagen fand ich mich unerwartet in der authentischen, bodenständigen Atmosphäre des Xuhui-Bezirks wieder, eingebettet zwischen den Platanen.
Es war nur eine zehnminütige Taxifahrt vom Shanghaier Südbahnhof. Sobald ich in die Gegend einbog, in der sich das Hotel befand, wurde der Lärm draußen vom Rauschen der Platanen gedämpft. Als der Portier meinen Koffer entgegennahm, sprach er fließend Shanghaierisch und erinnerte mich daran, dass die nahegelegene Zhaojiabang-Straße besonders schön für einen Abendspaziergang sei und der Stand mit den Frühlingszwiebelpfannkuchen am Eingang der Gasse gerade erst geöffnet hatte – man solle sie unbedingt noch warm kaufen, dann schmeckten sie am besten. Beim Betreten der Lobby empfing mich keine übertrieben luxuriöse Kühle; Warmes, gelbes Licht erhellte den Marmorboden im Retro-Stil, und mehrere Töpfe mit blühenden Hortensien standen in der Ecke. Man fühlte sich wie in einem gepflegten Wohnzimmer eines alten Shanghaier Hauses. Die junge Rezeptionistin hatte mir freundlicherweise ein Zimmer mit Südausrichtung in einem der oberen Stockwerke zugewiesen und erklärt, dass ich das Sonnenlicht durch die Platanenblätter filtern sehen könne, sobald ich morgens die Vorhänge öffnete. Sie hatte mir sogar eine handgezeichnete Karte mit den Standorten mehrerer traditioneller Shanghaier Dim-Sum-Restaurants in der Nähe beigelegt.
Sobald ich die Tür öffnete, war ein Großteil meiner Reisemüdigkeit verflogen. Ein bodentiefes Fenster bot einen Blick auf ein Blätterdach aus Platanen, der Wind rauschte sanft in den Blättern, und in der Ferne lugten die roten Dächer alter Häuser im Sonnenlicht hervor – ganz ohne die bedrückende Atmosphäre der Wolkenkratzer. Das Zimmer war nicht mit protziger, trendiger Dekoration überladen; Die cremefarbene Bettwäsche war herrlich flauschig, und die Schreibtischlampe im warmen, altmodischen Shanghaier Stil spendete ein sanftes Licht auf dem Bildschirm, als ich abends meine Reisefotos sortierte. Die größte Überraschung war die Minibar: Neben den üblichen Getränken gab es zwei Flaschen lokales, gesalzenes Erfrischungsgetränk. Die prickelnden Bläschen zergingen auf meiner Zunge und linderten sofort die Hitze nach einem langen Tag auf den Beinen.
Das unvergesslichste Erlebnis war das Hotelfrühstück. Anders als die eintönigen Mahlzeiten in Kettenhotels waren die frisch frittierten Teigstangen außen knusprig und innen zart, und die Wan-Tan-Suppe war so köstlich, dass ich sie bis zum letzten Tropfen austrank. Die Kellnerin, die sah, dass ich nicht von hier war, gab mir extra einen Löffel hausgemachtes Pickles dazu und meinte, das sei authentischer Shanghaier Geschmack. Nach dem Frühstück erreichte ich nach einem zehnminütigen Spaziergang vom Hotel die Hengshan Road. Ich mied die Menschenmassen an den beliebten Touristenattraktionen und schlenderte gemütlich durch die Gassen. Rosen rankten an den schmiedeeisernen Toren der alten Villen empor, und der Duft der nahegelegenen Cafés lag in der Luft. Als ich abends zurückkam, hatte die Putzfrau mein Zimmer bereits leise aufgeräumt und ein kleines Säckchen selbstgemachter Pfefferminzbonbons auf den Nachttisch gestellt – kühl und erfrischend, perfekt, um die reichhaltigen Speisen auszugleichen.
Am Abreisetag musste ich den Hochgeschwindigkeitszug erreichen. Die Rezeption hatte mir im Voraus warme Klebreiskuchen eingepackt, und der Portier half mir beim Verladen meines Gepäcks und zeigte mir sogar eine Abkürzung, um den morgendlichen Berufsverkehr zu umgehen. Früher dachte ich, ein Besuch in Shanghai bedeute, sich von Sehenswürdigkeit zu drängen und durch die Einkaufsstraßen zu hetzen, aber im Rayfont Shanghai Xuhui Hotel wurde mir klar, dass eine gute Unterkunft selbst Teil der Reise ist. Sie fängt die entspannte und behagliche Atmosphäre des alten Shanghais in jedem Detail ein. Wenn ich das nächste Mal nach Shanghai komme, um die alten Villen zu besuchen, werde ich dieses Hotel definitiv als erste Wahl für meine Unterkunft wählen.Mehr anzeigen